Gedanken

Gedanken - Das Unfassbare fassen, das Undenkbare denken, das Unsägliche sagen, das Unbeschreibliche beschreiben...

Tastend bewege ich mich in diesem Niemandsland zwischen Leben und Tod. Ohne die Richtung zu kennen, orientierungslos.

So wie sich die Augen an plötzliche Dunkelheit gewöhnen können und allmählich Umrisse wahrnehmen, hoffe ich nach und nach in der Dunkelheit des Schmerzes und der Trauer Lichtpunkte auszumachen. Lernen im Dunkel zu gehen, lernen das innere Licht wiederzufinden...

Blumen Deiner Mitschüler und Freunde, 3.September 2010Lieber Simeon,

Du bist nicht im Grab, Du bist nicht in der Erde, Du bist nicht in einer Urne.
Deine Asche ist in der Urne, und dieses Grab ist wie ein Zimmerchen, ein Gärtchen, in dem wir uns begegnen.
Wenn wir einmal von hier fortziehen, richten wir Dir, Deiner Asche, Deiner Urne ein neues Gärtchen ein. Noch wissen wir nicht, ob wir es hier aushalten werden. Noch wissen wir auch nicht, ob wir es überhaupt aushalten werden.


Leben geht jetzt so: Immer den nächsten Schritt machen. Welche Richtung? Wir können keine Richtungen unterscheiden. Wir haben keine Orientierung. Wichtig: einen Schritt machen. Zum Beispiel atmen oder essen oder Zähne putzen. Am Morgen beschließen wir, den Tag durchzustehen bis zum Abend. Abends machen wir einen solchen Plan für die Nacht bis zum nächsten Morgen.

Obwohl wir nicht einmal wissen, was durchstehen bedeutet.

 

Ahornallee, Ecke Lindenallee, Sommer 2010

 

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