Badestelle im Sommer vor dem Unglück

Im Juli, im August 2010

Wir laufen wie Schatten durch den Ort, wenn wir das Haus verlassen müssen… Wir tragen Sonnenbrillen und gehen auf die andere Straßenseite, wenn wir Bekannte sehen. Die Sonne beleidigt Deinen Tod mit ihrem Glanz und ihrer Wärme, als würde sie uns trösten und Kraft spenden wollen. Wir wollen ungetröstet bleiben. Wir schleichen uns aus dem Haus und schleichen uns wieder hinein. Wir gehen lieber im Dunkeln aus, wir gehen, wenn die Sonne von Wolken verhangen ist oder wenn es regnet.
Manchmal gehen wir einfach gerade aus. Solange bis die Schritte zu schwer werden, dann kehren wir um. So sind wir den ganzen Tag unterwegs. Wir denken an nichts, die Gedanken sind ausgetrocknet, stumpf, fühllos. Wir  zählen noch unsere Schritte oder denken nur links, rechts, links, rechts. Später rattert alles gleichzeitig durchs Gehirn, wie Schnellzüge über die Schienen rasen, wenn man ganz nah an der Schranke steht. Unsere Körper vibrieren von jedem Schlag, der in den Kopf, in das Herz hämmert. Eisen, kalt, schwer und hart oder glühend spitz: verbrennt uns, gefriert uns. Von Innen.